Stefan Zierke Bundestagsabgeordneter
Für Uckermark und Barnim

SPD Brandenburg will Bau der Schieneninfrastruktur zwischen Brandenburg und Berlin beschleunigen

Der Landesvorstand der SPD Brandenburg hat am 9. April 2018 ein Zielkonzept für den Ausbau der Schieneninfrastruktur beschlossen, für das sich die SPD einsetzen wird. Der Beschluss unterstützt die Aktivitäten der beiden Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bahn, auf allen Pendlerkorridoren die Infrastruktur auszubauen und mehr Züge zu bestellen (Projekt i2030). Wir wollen die Umsetzung durch die frühzeitige Festlegung von konkreten Ausbauzielen beschleunigen, um schnellstmöglich mit dem Bund und Berlin Finanzierungsvereinbarungen für den Bau und die meist langwierigen Genehmigungsverfahren auf den Weg zu bringen.

Statt „entweder/oder“ bei S- und Regionalbahn geht es jetzt aufgrund des Bevölkerungswachstums um „sowohl als auch“ auf den Verkehrsachsen. Der Mehrverkehr auf der Schiene braucht in der Region insgesamt mehr Infrastruktur mit genügend Betriebsreserven für die Zukunft; schnelle und langsamere Verkehre sind zu entflechten, um eine hohe Betriebsqualität und Fahrplanstabilität zu erreichen. 

Konkret verfolgt die SPD Brandenburg folgende Ausbauziele:

  • die Verlängerung der S-Bahn von Berlin-Spandau nach Falkensee und die Beibehaltung eines dann beschleunigten Regionalverkehrs Nauen-Berlin sowie die Erhöhung der Kapazität der Hamburger Bahn für den Regional- und Fernverkehr im Korridor Spandau bis Nauen,
  • die Verlängerung der S-Bahn von Hennigsdorf nach Velten und die Durchbindung des Prignitz-Express in die Berliner Innenstadt über die Kremmener Bahn (mit zusätzlicher Kapazitätserhöhung des Prignitz-Express durch Kreuzungsmöglichkeit nördlich von Kremmen und Bahnsteigverlängerungen),
  • die Wiederinbetriebnahme der Stammstrecke der Heidekrautbahn und die Führung der Züge sowohl über Wilhelmsruh als auch über Berlin-Karow nach Gesundbrunnen,
  • die Gleisentflechtung des Bahnhofs Königs Wusterhausen, der zweigleisige Ausbau zwischen Lübbenau und Cottbus sowie die Elektrifizierung der Strecke zwischen Cottbus und Görlitz,
  • die Verlängerung der S-Bahn von Blankenfelde nach Rangsdorf mit Halt in Dahlewitz-Rolls Royce und der schnellstmögliche Wiederaufbau der Dresdner Bahn für den Regionalverkehr zwischen Berlin-Südkreuz und Blankenfelde sowie zum BER,
  • der zweigleisige Wiederaufbau der Potsdamer Stammbahn als schnelle Regionalbahnstrecke zwischen Griebnitzsee und Potsdamer Platz (u.a. zur Schaffung von Kapazitätsreserven auf der Berliner Stadtbahn für die Gesamtregion) und die Verlängerung der S-Bahn von Teltow Stadt nach Stahnsdorf zur Sputendorfer Straße,
  • die Verdichtung der bestehenden S-Bahn-Linien auf einen 10-Minuten-Takt (mindestens in der Hauptverkehrszeit) durch abschnittsweisen zweigleisigen Ausbau und
  • die Verlängerung von Bahnsteigen an der RegionalExpress-Linie 1 für den Einsatz von 210 Meter langen Zügen.

Über die „i2030-Korridore“ hinaus sind für Brandenburg folgende Projekte zu forcieren:

  • der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke zwischen Angermünde und Stettin,
  • der Ausbau und die Elektrifizierung der Ostbahn sowie der Lehrter Stammstrecke zur häufigeren Anbindung von Rathenow und Wustermark sowie
  • die Beschleunigung/Kapazitätserhöhung der Bahnstrecken von Cottbus nach Leipzig sowie von Cottbus nach Dresden.

Auf dem Weg zum Zielkonzept sollen schneller realisierbare Zwischenschritte (Inbetriebnahmen von Teilstrecken) soweit wie möglich vorgenommen werden. Hierbei ist auch der Einsatz von innovativen neuen Fahrzeugkonzepten zur Überbrückung von Elektrifizierungslücken voranzutreiben (batterie-elektrische und Wasserstoffantriebe).

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat am 22.02.2018 auf Initiative der Berliner SPD-Fraktion einen ähnlich lautenden Beschluss für die oben genannten Projekte auf Berliner Stadtgebiet mit den Stimmen aller Fraktionen beschlossen. 

Bau der Schieneninfrastruktur zwischen Brandenburg und Berlin beschleunigen! Mehr und besseren SPNV für die Erreichbarkeit in der gesamten Hauptstadtregion.